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Sonntag, 10. April 2011

Jakobsweg - Flüeli-Ranft - Brünigpass

Bereits am Vorabend in Flüeli-Ranft, unserem Übernachtungsort, freute ich mich auf den nächsten Tag, der Fortsetzung des Innerschweizer Jakobsweges. Eine recht lange Tour stand vor uns ( 23km). Am Morgen starteten wir vom Jugendhaus in Flüeli-Ranft und folgten dem Visionenweg, der am Geburtshaus von Bruder Klaus startet und an 6 künstlicherischen Visionen entlang folgt (der schöne und herzige Picknickplatz auf dem Weg gehört glaube nicht zu den Visionen). Wir kamen am nächsten schönen Ort Sachseln an, wo wir auf dem Kirchenplatz unser Z'Morge zu uns nahmen und die Atmosphäre am Sonntagmorgen auf uns wirken liessen. Dann ging es weiter der Dorfstrasse entlang zum Sarner See, wor wir schliesslich entlang der Bahnschienen am Ufer entlang liefen. Dann folgten wir dem ausgeschilderten Weg weiter nach Giswil und Kaiserstuhl.

Von dort konnten wir schon den Lungerensee sehen, wo wir unsere Mittagsrast machten. Wir genossen das Bergpanorama mit den schneebedeckten Wetterhörnern und die Ruhe (wir sassen etwas abseits der Strasse). Weiter liefen wir den Uferweg entlang Richtung Lungern. Auf dem Weg sah ich übrigens das erste Mal eine Ringelnatter. Diese Strecke ist einfach nur gerade und mit leichtem Schotter - nicht wirklich so gut für meine Füsse. Auf dem Weg bergauf (ca. 400hm) ab Lungern auf den Brünigpass sollte das wieder besser werden. Wir folgten dem alten Brünigweg, wo man Spuren aus der Römerzeit sehen kann (Wagenräderrinnen, Pflastersteine, Treppen). Wir liefen weiter im Wald, überquerten den Brünigpass, liefen im Wald weiter (passierten eine Felsplatte mit Pilgerbuch) und zum Endspurt ging es über eine Wiese und schliesslich entlang der Bahnlinie bis zur Bahnstation Brünigpass.

Auch diese Tour hat mir sehr gut gefallen. Anders als beim ersten Tag waren hier das Bergpanorama und die beiden Seen, die wir entlang liefen, im Mittelpunkt. Ich werde demnächst wieder eine Etappe des Jakobsweges laufen - es ist ein schön angelegter und relativ einfacher Weg, auf dem man nette Menschen trifft und immer ein angeregtes Gespräch führen kann (ob mit anderen Pilgern oder den "Wanderkollegen").





Häuser auf dem Weg nach Sachseln, Sarner See mit BeO im Hintergrund
Berner Oberland im Hintergrund, Hier gehts lang, Lungerer See mit BeO

Sonntag, 19. September 2010

Via Ferrata Brunnistöckli

Meinen ersten richtigen Klettersteig wollte ich heute probieren. Es sollte das einfache Brunnistöckli bei Brunni sein. Wir fuhren ab Engelberg mit der 2. Bahn über Ristis bis nach Brunni und kehrten noch kurz in der Brunnihütte ein.

Bald liefen wir den kurzen Einstieg bis zum Klettersteig Brunnistöckli (T2, 15min). Der Beginn ist wie immer das schwierigste am ganzen Klettersteig. Für mich mit 1.58m waren die ersten 10m recht schwierig, da ich immer wieder Stellplätze für die Füsse gesucht hatte und noch nicht warm mit dem Element geworden bin. Nachdem dies geschafft worden war ging es recht problemlos über einige Eisentritte, Felsstufen und 2 Brücken sowie einer Leiter. Schon bald ist das Gipfelkreuz zu sehen und wir konnten aussteigen. Der Klettersteig wird als K2 geführt - ich mache eine WS draus.Dann wollten wir weiter zum Rigidalstockklettersteig. Der Weg dahin ist weiss-blau markiert und wird ab dem 2. Drittel ein wenig kniffeliger (T4-) - einige Felsstufen und Steinbrocken sind zu umqueren. Nach ca. 1h erreichen wir dann auch den Einstieg zum Klettersteig am Rigidalstock (2300m). Ich begann kurz, fand ihn auch nicht sonderlich schwierig, kehrte aber wieder um, da mir die Kombination Länge und Klettersteig-auch-im Abstieg-zu-benutzen zu schwierig war. Lieber mal den Abstieg auf einem anderen kleineren KS probieren.Zurück ging es über den gleichen Weg (leicht rutschig auf den noch ein wenig feuchten Wegen; Stöcke von Vorteil), danach ab dem Brunnistöckli den weiss-blauen Wanderweg (T2) in 20 Minuten zurück. Auf dem Weg schauten wir den Kletterern am Zittergrat zu.

Das Wetter hielt ganz gut. Anfangs liessen wir den Hochnebel zurück im Tal, im Laufe des Tages kam er leider ein wenig höher.


Auf nach Brunni / Titlis / Berner
Stanserhorn / Stecknadel / Titlis
Hochnebel / Berner im Wolkenfenster / Rigidalstock

Sonntag, 14. Juni 2009

Pilatus

Für Kniegeschädigte halten sich wegen der obligatorischen Bähnlibenutzung bergab die einsamen und schönen Touren in Grenzen. Wir wählten wohl einen der am überlaufensten Berge, den Pilatus, aber er bietet mit über 1600 Höhenmetern eine gute Trainingsstrecke bergauf.Gestartet sind wir in Alpnachstad (435m). Von dort läuft man zunächst eine kurze Strecke Asphaltweg, bis dann der Weg in den Buchenwald einzweigt. Der Weg durch den Wald zieht sich unheimlich in die Länge und führt durch gefühlt 100 Kurven. Dann kommt irgendwann Licht am Ende des Tunnels und man läuft über steile Wiesen zur Mittelstation der Pilatusbahn Aemsigen (1350m). Von hier hat man schon einen prima Blick auf den Vierwaldstättersee und Zentralalpen. Herrlich. Nach einer kurzen Rast lief ich den restlichen Weg bis zum Pilatus Kulm allein, meine Tourenpartnerin fuhr ab hier mit der Bahn. Der Weg befindet sich ausnahmslos in der Sonne, es war super heiss und gute Sonnencreme ist ratsam (ich habe mich trotz LSF 50 leicht verbrannt). Der Weg ist nicht zu verfehlen, es geht über viele Kurven immer bergauf, immer den Pilatus im Blickfeld. Es ist ein gut gebauter Bergwanderweg, teilweise ein wenig steinig und geröllig (T2). Beim Pilatus Kulm trafen wir uns beide wieder und kehrten in das Hotel Kulm ein. Der Service war allerdings super schlecht und wir waren schnell wieder weg und hatten sogar Glück und haben gleich die Bahn nach Alpnachstad bekommen. Das Tommlishorn und den Esel haben wir uns gespart.





Vierwaldstädter See / Felsen am Pilatus
schlabbriger Schneemann / Pilatus Kulm
Blick in die Tiefe zum Vierwaldstädter See / Zentralschweiz mit Titlis
Zick-Zack-Weg auf den Pilatus / Schwanenfamilie auf dem Vierwaldstädter See

Sonntag, 24. August 2008

Klein Titlis und Gross Titlis

Unsere ersten beiden 3000er auf einem Streich: der Titlis mit dem Kleinen Titlis (3020m) und dem Grossen Titlis (3238m) - dem grössten Berg des Kantons Obwalden. Spontan meldeten wir uns zur Bergtrophy an, eine von der Rotair Titlis-Bahn organisierte Besteigung des Titlis inklusive Zwischenverpflegung, präparierten Wegen und Bergbahn-Tal-Ticket, aber exklusive Bergführer. Los ging es von Engelberg (1050m). Zunächst führte ein einfacher Wanderweg zur Gerschnialp (1262m) und zum Trübsee (1800m). Von dort aus ging es auf dem Laubersgrat zur Station Laubersgrat (2450m), wo es schon so langsam schwieriger wurde. Man hat gemerkt, dass die Schneefallgrenze am Vortag auf 2300m gesunken ist, so dass hier schon die ersten Schneespuren sichtbar waren. Der Gipfel kam immer näher, aber wir hatten immer noch gut 800 Höhenmeter vor uns - die aufgrund der Höhe und der mittlerweile nachlassenenden Kondition natürlich auch nicht die einfachsten waren. Nach einer kurzen Weg-Passage im Schnee kamen wir zu einem schönen Felsen, der ein wenig "leichte" Kletterei verlangte. Aufgrund des Eises und des Schnees wurde dies ein wenig heikel, so dass wir froh waren, dass uns einige bergsichere Männer mit ihrer starken Hand und ihren weisen Worten sicher ans Ziel lotsten. Den Felsen mussten wir dann bei Rotegg auch wieder runter - mit einer Leiter, wo wir uns aber sichern konnten. Dann ging es entlang des Gletschers auf einem steilen (präparierten) Weg Richtung Klein-Titlis. Es lag überall Schnee, so dass wir nur langsam vorwärts gekommen sind und die Kondition auch schwächer wurde. Auf ca. 3000m zweigte der Weg Richtung Gross Titlis ab, wo uns zunächst erstmal ein bis zwei Vorgipfel mit einem scheinbar frühen Gipfelglück täuschten. Das letzte Stück war nochmal spannend mit Fels und Schnee, aber mit Fixseilen gesichert. Das Panorama von oben ist grandios, man sieht eigentlich alles: Walliser Alpen (Mischalbel), Berner Oberland mit Finsteraarhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau, Biz Bernina, Zentralalpen mit Tödi, Mythen etc. Den Weg ging es wieder nach unten und dann abschliessend zum Klein Titlis, wo sich die Bahnstation und das Restaurant befindet.

Den Weg, den wir gelaufen sind, würden wir anfangs mit T2 einstufen, dann mit T3 (weiss-blau-weiss) bis T4 (Kletterei). Wir wissen nicht genau, ob die Wege dort immer präpariert sind. Deswegen würden wir nur Bergerfahrenen empfehlen, den Titlis individuell zu besteigen. Alternative wäre einen Bergführer zu engagieren oder auf die nächste Bergtrophy zu warten. Der Aufstieg mit 2200 Höhenmetern war ingesamt super anstrengend, aber das Gefühl, auf einem 3000er zu stehen, den man sich selbst erarbeitet hat, ist grandios. Aber für dieses Jahr reicht es dann erstmal mit den Höhenmetern...








Blick in Richtung Brunni mit u.a. Rigidalstock/ ca. Mitte der Strecke Trübsee mit umliegenden Bergen
Trübsee, ganz rechts unten Engelberg / Rechts Kleiner Titlis, links Grosser Titlis, dazwischen der Kletterfels

Unser Weg / Gletscherspalten neben uns
Auf dem Gipfel / Berner Oberland
Links hinten Wallis / Blick Richtung Norden/Nordosten mit Tödi
Steinmännli im Hintergrund Sustenhorn / Blick auf Grosstitlis und Grat vom Klein-Titlis

Linkliste:

Titlis

Engelberg
Pressebericht Bergtrophy