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Mittwoch, 3. Februar 2010

Costa Rica - Manuel Antonio

Auf diesen Nationalpark freute ich mich sehr. Auch wenn wir unsere Tierbilanz bereits in Tortuguero, am El Arenal und in Monteverde reichlich gefüllt hatten, wusste ich, dass es im Manuel Antonio Nationalpark nur so von Affen und anderen Tieren wimmelte. Und so wurde diese Gegend am Ende meiner Reise eines der Highlights.

Wir fuhren Richtung Quepos/Manuel Antonio über die Krokodilbrücke, unter der sich an die 15 Krokodile sonnten. Auf dem Weg hielten wir noch an einem Aussichtspunkt, wo man von weitem Aras beobachten konnte. Leider sah ich sie nicht so nah, jedoch war ich schon sehr beeindruckt, diese tollen Tiere von weitem in der freien Natur zu sehen.

Von der Stadt Quepos, in der eher Einheimische als Touristen sind, ist es nicht mehr weit bis in den Nationalpark, wo der Tourismus relativ gross geschrieben ist. In diesem Nationalpark findet man die Titi-Totenkopf-Äffchen, die kleinsten Affen in Costa Rica. Sie sind leider vom Aussterben bedroht (man findet einige Projekte, die sich für die Erhaltung des Titis einsetzen), so dass ich sehr erstaunt war, sie zwischen Restaurants and Souvenirshops am öffentlichen Strand von Manuel Antonio zu finden. Im Nationalpark selbst hatten wir wiederum einen einheimischen Führer, der bewaffnet mit einem riesigen Fernglas, die Tiere erspähen konnte. So sahen wir rote Landkrabben, die Goldene Seidenspinne, schlafende Vögel (einen Potoo und einen Nachtfalken), Brüll- und Kapuzineraffen, einen schlafenden Rotaugenfrosch (man würde ihn mit blossen Augen nie erkennen), viele Faultiere, blaue Morpho-Schmetterlinge usw.

Im Park selbst gibt es einen schönen Rundwanderweg entlang einer Halbinsel (ca. 1h). Dieser beginnt an den Stränden des Nationalparks und geht über einen gut angelegten Weg etwas bergauf. Immer wieder bekommt man einen guten Blick aufs Meer. Auf dem Weg hatten wir auch die erste Nahbegegnung mit einem Kapuziner-Affen-Opi, der sehr schön für uns posierte. Dann ging der Weg wieder in Richtung eines eh. Schildkrötenstrandes. Dort fanden wir ganz kleine Einsiedlerkrebse am Boden. Wieder am Hauptstrand angekommen, hörten wir schon von weitem einen Affen auf der Mülltonne rumtrommeln. Er war nicht alleine - die Affen wussten, dass es Zeit ist, das Essen der Touristen zu klauen. Es ist so lustig, da zu stehen und die Affen zu beobachten, wie sie Essen aus den Beuteln mopsen, Tupperdosen auf die Palmen bringen und dort ihr Diebesgut verzehren. Erstaunlich ist die Ähnlichkeit zum Menschen, das Gesicht, die Finger und das Verhalten.

Danach gingen wir noch einen weiteren Wanderweg zum Mirador, einem Aussichtspunkt, von dem man einen wunderbaren Blick entlang der Pazifikküste hat (ca. 45min). Am Ende gönnten wir uns noch einen Sprung in den warmen Pazifik. Es ist sehr empfehlenswert, da die Strände des Nationalparks sehr ruhig sind im Vergleich zum öffentlichen Strand. Am Strand sieht man immer wieder grosse Leguane. Achtung auch vor Waschbären und den angesprochenen Kapuzineraffen - sie sind so schlau und wissen, wie man Essen, Sandalen oder Kameras klaut (zum Glück nicht meine).

Der Rückweg war sehr abenteurerlich. Wir mussten einen kleinen Meerarm mit einem Ruderboot überqueren. Bis zum Mittag war dieser noch zu Fuss passierbar, da die Flut noch nicht so weit war. Gegen Abend wurde die Flut jedoch höher, so dass wir auf die Hilfe eines Ruderboots angewiesen waren. Es war wirklich nicht weit (ca. 10m), aber unser Bootsfahrer fuhr noch etwas den Meerarm entlang Richtung Mangroven. Dort zeigte er dann auf etwas - wir dachten, es sei ein Vogel - und dann sahen wir einen Krokodilkopf ca. 3m von unserem Böötchen entfernt langschwimmen. Ich habe mich riesig erschrocken. Das Kroko ist dann seelenruhig weitergeschwommen (hat also meinen spitzen Schrei nicht bemerkt) und wir konnten beruhigt an Land gehen. Das war super lustig!

Am darauffolgenden Tag haben wir noch einen Segeltörn an der Küste vor dem Nationalpark gemacht. So konnten wir noch einmal den Blick auf den Nationalpark werfen und ich malte mir aus, wie nach 16h - nachdem der Park geschlossen hat - die Tiere ihre Ruhe vor den Touristen finden und aktiv werden.

In der Trockenzeit braucht man sich keine Sorgen um das Wetter in Manuel Antonio zu machen: es sollte meist sehr heiss und sonnig sein. Bei einer Wanderung empfiehlt sich wieder ein einheimischer Führer, der die Tier- und Pflanzenwelt kennt. Die Wanderwege kann man gut allein machen.Das war der Abschluss meiner wunderbaren Reise nach Costa Rica. Ich war sehr von der Natur und ihrer Schönheit beeindruckt, habe mich über jedes Tier gefreut, das ich in seiner Heimat besuchen konnte und möchte sehr gern wieder kommen!













Krokodile unter der Brücke auf dem Weg nach Quepos
roter Ara / seltenes Titi-Totenkopfäffchen
Sonnenuntergang am öffentlichen Strand / Goldene Seidenspinne im Nationalpark
Potoo und Nachtfalke schlafend (ihre Tarnung ist ein Wunder der Natur)
Bambus / unser Affenopi
Posing des Affenopis
Strände im Nationalpark
Holzschildi am eh. Schildkrötenstrand / Affen an der Tonne
Affen mausen und verspeisen Diebesgut
Faultier im Hotelgarten
Sonnenuntergang am öffentlichen Strand

Sonntag, 31. Januar 2010

Costa Rica - Monteverde

Der dritte Punkt unserer Reise waren die Bergnebelwälder von Monteverde. Diese befinden sich nicht weit entfernt vom Vulkan El Arenal, jedoch dauert die Fahrt aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse recht lang. Monteverde ist ein Nebelregenwaldgebiet - etwas höher gelegen. Das merkte ich auch am Abend, als es doch ein wenig kühler und sehr windig wurde.

Wir unternahmen in Santa Elena, dem kleinen Dorf am Rande des Nebelwaldes, eine Kaffeetour und eine Wanderung durch den Nebelwald Santa Elena. Hier führte uns ein Guide ca. 3h entlang eines Wanderweges (Encantado, 4.5km) und zeigte und Flora und Fauna. Wir hatten sogar das Glück, am Ende den seltenen und wunderschönen Quezal-Vogel (Männchen und Weibchen) und eine Vogelspinne in ihrem Nest zu sehen.


Etwas tiefer gibt es noch einen sog. Transition Forest, der tiefer ist als der Nebelwald und z.T. etwas an die hiesigen Wälder erinnerte. Diesen Wald besuchten wir am nächsten Tag, wo wir 8 Hängebrücken über den Baumkronen überquerten. Dort sahen wir einen Fuchs, einen Nasenbären und zwei Agutis (mit einem Kleinen). Ich habe jedoch den leisen Verdacht, dass die Guides die Tiere mit Fressen anlocken - meine Reisegruppe hatte so etwas gesehen und für mich war es mehr als zufällig, dass gerade um 8.30h der Fuchs da war und unter der ersten Brücke der Nasenbär und der Aguti.

Ein absolutes Erlebnis war eine Nachtwanderung. Ich würde jedem empfehlen, so etwas zu machen. Es ist so spannend, mit Taschenlampe bewaffnet durch den dunklen Wald zu laufen und nicht zu wissen, welche Augenpaare einen anschauen und doch hin und wieder ein paar Tiere zu entdecken. Wir waren sehr erfolgreich: wir sahen eine Giftschlange (ca. 30m in der Baumkrone in Lauerstellung) und ein Schlangenbaby, eine Vogelspinne, viele Vögel, Faultiere, einen Kinkajou (Wickelbär), viele Insekten, einen riiiieeesigen Ameisenhaufen (vergesst die europäischen Ameisenhaufen), ein Gürteltier (leider war es schon weg, als ich hinschauen wollte), einen Klick-Beetle und vieles mehr.







Kolibris
Spinnennetz / Bergnebelwald
Klick-Beetle
Vogelspinne / Ameisenhaufen
Regenbogen vor der Lodge / Dschungel

Donnerstag, 28. Januar 2010

Costa Rica - El Arenal

Der zweite Teil unserer Rundreise führte uns von der Karibikküste in das touristischere Fortuna, einem Dorf am Rande des Vulkans El Arenal (1633m). Der Arenal gehört mit zu den aktivsten Vulkan der Erde und ich freute mich sehr darauf. Es kommt nicht so oft vor, dass man ihn überhaupt vollständig sieht, des öfteren trägt er einen Hut oder ist total in Wolken eingehüllt. Wir hatten Glück, am Anreisetag konnten wir ihn schon fast vollständig sehen und am nächsten Tag war die Sicht frei auf den Krater. Nur am letzten Tag hingen leider Wolken am Vulkan.

Neben dem El Arenal befindet sich ein kleinerer Berg, der Cerro Chato (1140m), ein erloschener Vulkan mit Kratersee. Mit einem Führer begaben wir uns auf den Gipfel. Die Tour nannte sich beim Anbieter "Extreme Hike" und ich war gespannt, was mich erwartete ;-) . Der Aufstieg startete an der Arenal Observatory Lodge und verlief durch einen nahezu europäisch anmutenden Wald. Der Führer erklärte uns, dass der Eigentümer Nadelbäume, die nicht allzu heimisch in Costa Rica sind, dort gepflanzt hatte. Weiter ging es im Nationalpark anfangs weniger steil, dann jedoch zunehmend steiler aufwärts. Der Weg war glücklicherweise nicht sehr matschig, so dass die Wege recht gut begehbar waren. Bei Regenwetter stelle ich mir die Wanderung schwieriger vor. Es ging viele Baumwurzel-Stufen hinauf - was etwas anders ist als in hiesigen Gefilden. Leider sahen wir auf diesem Weg nicht so viele Tiere, nur Blattschneiderameisen (auch eindrücklich was sie wegtragen). Nach ca. 2h waren wir auf dem Gipfel - alles in allem war der Aufstieg nicht schwer. Auf dem Gipfel genossen wir den Blick zum Kratersee - in die anderen Richtungen konnte man leider kaum schauen, da sie durch Wald verdeckt waren.

Abwärts könnte man den gleichen Weg zurück gehen - unser Guide versprach uns jedoch einen anderen spannenderen Weg. Hierfür mussten wir hinab zum Kratersee, diesen entlang und auf der anderen Seite wieder hinauf. Dieser Weg ist nur geeignet, wenn es trocken ist! Es geht recht steil hinab - das war also der extremere Part. Zum Teil hat der Führer ein Seil verwendet, um uns etwas zum Festhalten zu geben wenn nur wenige Bäume oder Wurzeln zum Festhalten da waren (auch beim Festhalten an Bäumen vorsichtig sein: einige Bäume haben Dornen oder es können sich auch Schlangen daran befinden). Am Kratersee gönnten wir uns eine Rast und dann gingen wir fast weglos entlang des Ufers. Hier Acht geben wegen Schlangen - sie mögen solche weglosen Gebiete. Ich habe jedoch keine gesehen. Am Ende des "Weges" ging es wieder hinauf auf den Gebirgskamm. Dieser Weg ist wieder breiter und ist nicht so anspruchsvoll wie der Weg hinunter. Aber auch hier musste man ein wenig über Wurzeln klettern. Oben befindet sich ein View Point, wo man direkt zum El Arenal schauen kann. Man sieht den aktiven Krater, aus dem Felsbrocken gerollt sind (abends sieht man diese Felsbrocken als glühende Steine/Lava) und Rauch aus dem Vulkan. Sehr imposant war auch ein Donner, der direkt aus dem Vulkan kam. Vom View Point aus gelangt man über den sog. Frog-Trail (man hüpft hier von Wurzelstufe zu Wurzelstufe) nach ca. 2h an ein Privatgrundstück (Kosten: 10$ für Passierung). Hier hat man einen phänomenalen Blick auf den Vulkan und auf die Gegend um La Fortuna. Am Ende des Grundstücks hat uns ein Auto abgeholt und wir sind noch zu einem Wasserfall gefahren (wer Lust hat, läuft für ein Bad im Wasserfall noch einmal 600 Stufen hinab und dann wieder hinauf). Von dort aus kann man übrigens auch auf den Cerro Chato los laufen - dieser Weg ist wohl anstrengender als den, den wir gewählt haben.

Es war eine sehr lustige Wanderung und ganz anders als in der Schweiz. Spannend ist es für mich immer, die Augen nach Tieren aufzuhalten. Leider sahen wir auf dieser Tour nicht so viele. Die Aktivität des Vulkans war aber auch sehr spannend und imposant.

Am nächsten Nachmittag starteten wir zu einer kleinen Wanderung am Fusse des Vulkans El Arenal. Diese Tour wird von fast jedem Tourenanbieter angeboten und bietet die Gelegenheit, die Lava aus dem Arenal bei Dunkelheit zu sehen. Die Wanderung ist sehr kurz und der Weg ist sehr gut angelegt. Man läuft ca. 30min durch den Regenwald. Wir hatten hier Glück, eine Giftschlange zu sehen, die sich an dieser Stelle wohl schon ein paar Tage befindet. Des Weiteren sahen wir noch viele Vögel. Am Ende der Wanderung fährt man mit dem Bus zu einer Aussichtsplattform um die Lava des Arenal sehen zu können. Leider konnten wir die Lava nicht sehen - nicht einmal mit Unterstützung eines Rum-Punches - , da der Arenal schon den ganzen Tag seinen Hut auf hatte. Es war zwar schade, aber die Nasenbären auf der Fahrt zum Startpunkt hatten mich schon entschädigt. Bitte an alle Touristen: die Nasenbären bitte nicht füttern! Nach der Wanderung gingen wir noch in die Terme Baldi Termae Hot Springs, einem grossen Areal an Hot Springs. Leider ist die Musik etwas laut - ich würde beim nächsten mal eine andere Therme wählen - es gibt einige in der Umgebung. Tipp: einen einheimischen Führer wählen, der sich in Flora und Fauna auskennt. Die Führer wissen einfach, wo sich welches Tier befindet und können gezielt danach suchen.









Kratersee am Cerro Chato / Giftschlange
Wasserfall beim Cerro Chato / Vulkan El Arenal
Vulkan El Arenal
Vulkan El Arenal / Vulkane Cerro Chato (links) und El Arenal (rechts)
Pferde vor dem El Arenal / Leguan
die Nasenbärenbande

Dienstag, 26. Januar 2010

Costa Rica - Tortuguero

Für mich eine der schönsten Gegenden, die ich auf meiner Costa Rica-Reise besuchte, war Tortuguero an der Karibikküste. Tortuguero kann man nur per Flugzeug oder Boot erreichen und es dürfen nur 400 Touristen pro Tag in diesen Nationalpark. Dementsprechend menschen- und touristenleer ist diese Gegend. Bekannt ist dieses Gebiet durch die Meeresschildkröten, die im Sommer dort ihre Eier am Strand ablegen. Leider waren wir nicht zu dieser Zeit vor Ort - aber es gab trotzdem so viel zu sehen und erleben.

Schon die 2h Bootsfahrt zur Lodge stimmt auf die Tier- und Pflanzenwelt ein - wir sahen viele Wasservögel, Pelikane, Kaimane und einen kleinen grünen Basilisk. Die Lodge war ein Traum: umgeben von tiefem Dschungel und Wasserkanälen auf der einen Seite und der (rauhen) Karibikküste auf der anderen Seite, ist die Lodge sehr schön in die Natur eingebaut worden. Nachts hört man die Wellen rauschen und eine luftige Meerbrise weht durch das Moskitonetz ins Zimmer (ich hatte dazu drei Freundinnen, drei weibliche Goldene Seidenspinnen, vor meinem Fenster - sehr eindrücklich).

Nachdem wir am Morgen von den Brüllaffen geweckt wurden, unternahmen wir eine Dschungeltour und eine Bootsfahrt auf den Kanälen, wo uns der einheimische Guide viele Tier- und Pflanzen zeigte. Wir sahen z.B. den kleinen roten Frosch, eine karibische Art des "Jeans Frog", weitere Spinnen, viele Wasservögel, Flussschildkröten, Reiher, Tucans, sowie Klammer-, Kapuziner- und Brüllaffen usw.

Am Nachmittag wollten wir auf den höchsten Berg der Gegend klettern, dem Cerro Tortuguero. Er ist mit seinen 119m ein kleiner Zwerg, dennoch hat man von dort einen sehr eindrücklichen Blick auf das Dorf Tortuguero, auf das Kanalsystem sowie auf die Karibikküste. Der Cerro Tortuguero ist ein erloschener Vulkan und sein Ausgangspunkt ist nur per Boot zu erreichen. Der Aufstieg dauert ca. 45min und der Weg ist recht schlammig und steil. Dank unseres einheimischen Führers konnten wir wieder einige Tiere und Pflanzen entdecken. Es geht den gleichen Weg zurück. Am Ausgangspunkt befinden sich zwei karibische Hüttchen, wo Getränke verkauft werden. Hier ist die Zeit still geblieben ist. Wie schön! Es war einfach perfekt: wir genossen die Abenddämmerung bei einem erfrischenden Getränk, die Hunde spielten und über uns zogen die Pelikane vorbei.









grosser (Elefanten-)Käfer (leider tot), blauer Morpho-Schmetterling (leider hier in Schmetterlingspark)
Strandimpressionen aus Tortuguero an der Turtle Beach Lodge
Strandimpressionen aus Tortuguero an der Turtle Beach Lodge
Goldene Seidenspinne vor meinem Moskitonetz, das kleine Schweinchen der Lodge
Dschungel-Dschungel hinter der Lodge, Baum der Reisenden
Hüttchen, Blick vom Cerro Tortuguero nach Tortuguero, Kanalsystem und Karibikküste