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Samstag, 13. August 2011

Bishorn 4157m

Das Bishorn gehört zu Recht zu den einfacheren 4000ern. Trotzdem bekommt man ihn nicht geschenkt, ganz im Gegenteil. Den Berg muss man sich hart erarbeiten. Wenn man den Weg über Zinal wählt, sind 2500 Höhenmeter mit schwerem Rucksack im Auf- und Abstieg zu bewältigen, die ganz schön an die Substanz gehen können...

Nach vorabendlichem Hin- und Her (Absage oder keine Absage aufgrund schlechter/guter Wetterprognose) fuhren wir mit dem Zug nach Zinal, wo wir um kurz 11 Uhr mit dem Hüttenaufstieg begannen. Davor graute es uns am meisten: 1600hm standen vor uns und das mit schwerem Rucksack, der nicht so recht ins Verhältnis zu unserem Gewicht stehen wollte... Trotz allem ist der Weg sehr abwechslungsreich und somit wird es zumindest nicht langweilig. Man folgt ab Zinal den Wegweisern und den rot-weissen Markierungen. Auf ca. 2300m geht man über einige kleine harmlose Felsstufen und schon dort sieht man das Weisshorn und auch die Hütte von weitem. Von da geht es über ein paar Weiden und zum Schluss über Fels und Geröll noch recht einfach zur Hütte (T3). Kurz vor der Hütte ist noch eine kleine Felsstufe zu meistern, eine Kette hilft hierbei (T3+). Glücklich erreichten wir nach 5 Stunden (mit Pausen) die Tracuit-Hütte, wo wir unseren strategisch günstigen Schlafplatz entgegen nehmen konnten. Für den 4000er des dames waren die Männer verhältnismässig stark vertreten.

Auch ich kann ein wenig bestätigen, was zur Hütte geschrieben wurde. Allerdings könnte man auch ein wenig Rücksicht von den Berggängern erwarten. Wenn man gebrauchte Taschentücher und benutzte Augentropfenampullen unters Kopfkissen legt, könnte man schon einmal überlegen, wie man sich selbst fühlen würde, wenn man so etwas dann als Nachfolger vorfindet.

Es folgte schon bald die Besprechung mit dem Bergführer, Material- und Klamottencheck (es sollte sehr kalt werden!) und Abendessen, bevor es dann ans Ausruhen bzw. Schlafen im Massenschlag ging. Nach meiner ersten schlechten Nacht in einer Hütte hiess es auch schon 3h30 aufstehen und der Hütten-Trubel begann um 4h beim kargen Frühstück. Kurz vor 5 Uhr waren auch wir bereit und waren dick eingepackt. Wir seilten schon gleich nach der Hütte an, da der Weg sogleich über den Gletscher führt. Die erste Stunde liefen wir ohne Steigeisen. In diesem Bereich gab es viele Spalten, die wir jedoch (noch) nicht sahen. Auch waren die Temperaturen noch angenehm. Bald ging es stetig bergauf über den Sattel und es wurde immer mühsamer. Zwar ging die Sonne auf, trotzdem wehte ein eisiger Wind und die Höhe merkten wir auch. Es wurde teilweise recht steil. Nach dem letzten Steilaufstieg über ein paar Stufen standen wir ca. 8h30 Uhr auf dem Bishorn! Lange hielten wir es in der Kälte nicht aus, sondern liefen runter zur Spalte, wo wir im Windschatten eine Brotpause einlegten. Leider sahen wir den imposanten Nordgrat des Weisshorns nicht, da sich eine dicke Wolke um das Horn legte.

Am Horizont mahnten schon dicke Wolken, und wir begannen abzusteigen. Diesmal direkter gleich nach dem Gipfel. Auf dem Gletscher sahen wir diesmal die grossen Spalten, über die wir drüber springen mussten. Als wir auf der Hütte ankamen, schien schon wieder die Sonne und drängte die Wolken weg.

Nach einer kurzen Verschnauf-Pause hiess es dann schon bald, die weiteren 1600 Höhenmeter im Abstieg unter die Füsse zu nehmen, um vor dem angesagten Regen in Zinal anzukommen. Die bei der Hütte angeschriebenen 2.5h überboten wir grandios, da die Füsse und die Beine extrem brannten und wir entsprechend oft eine Pause einlegen mussten. Noch 3 Tage später habe ich Muskelkater... Zum Glück hat es auf dem Weg nur ein wenig genieselt, in Zinal hat sogar die Sonne geschien. So muss das sein!

Dies war unser 4. 4000er und es war ein tolles Gefühl, diesen aus eigener Kraft vom Tal aus zu besteigen!


Dent Blanche / Weisshorn auf dem Hüttenaufstieg / Turtmanngletscher
Bishorn / Zinalrothorn / Weisshorn
Abendstimmung im Westen / Bishorn am Abend / Morgens beim Aufstieg
Mond begleitet uns beim Aufstieg / Bishorn Steilaufstieg / Gletscher und Dt. Blanche

Sonntag, 22. August 2010

Allalinhorn (4027m)

Perfekter kann ein Tag wettertechnisch nicht sein. Wir hatten tierisch Glück, das Allalinhorn (4027m) war für den 2. Tag unserer Walliswoche geplant, das Wetter hätte nicht besser sein können an diesem Tag. Es war unser dritter 4000er, der erste (und wahrscheinlich letzte) 4000er ohne Bergführer. Wir waren mit Papa in einer Dreier-Seilschaft unterwegs, ich war der Anführer der Bande. Gestartet wurde an der Bergstation Mittelallalin (3454m) , wo wir uns gleich die Steigeisen montierten. Von dort begibt man sich ein wenig bergab und kreuzt noch einige Skilifte und Pisten. Ein wenig oberhalb legten wir auch noch Seil und Pickel an und begaben uns mit vielen anderen Seilschaften auf den Weg. Es gibt zur Zeit mehrere Wege zum Feejoch, wir nahmen den oberen, da hier die meisten Leute unterwegs waren und uns der untere zu nah an einer Spaltenzone war. Auf dem letzten Drittel zum Feejoch wird der Weg ein wenig schmaler und stolpern sollte man auch nicht. Schon am Feejoch (3826m) konnten wir die umliegenden 4000er sehen, welche Prachtstücke bei wolkenlosem Himmel! Am Feejoch war kurze Rast angesagt und wir beobachteten einige Berggänger auf dem Weg zum Feekopf. Nach dem Feejoch zweigt der Weg auch nochmal in 2 Richtungen. Wir nahmen anfangs fälschlicherweise den schwierigeren linken, mussten aber hier direkt beim Beginn des Geröllfeldes wenige Meter unterhalb des Gipfels umkehren, da es uns zu heikel war. Also wieder zurück und dann den rechten "Normalweg". Hier ging es super, kurz vor dem Gipfel wurde es noch ein wenig felsig aber unkritisch. Am Gipfelkreuz war Party angesagt, irgendwo müssen ja die Massen hin. Nach einigen Gipfelfotos, Staunen und Rast stiegen wir auf derselben Route wieder ab. Am Mittelallalin liessen wir uns dann noch Früchtekuchen schmecken und stiegen schon bald müde in die Bergbahnen zurück nach Saas Fee (letzte Bahn 15h45). Wir sahen einige Leute, die vollkommen ungesichert aufs Allalinhorn gegangen sind (nur Steigeisen) - ich habe mich immer gefragt, ob sie sich denn nicht wundern, warum andere am Seil gehen (müsste doch eigentlich einen Grund haben)?
Mistgabel / Am Feejoch Blick zum Feejoch - da geht es zum Alphubel / Rimpfischhorn
Strahlhorn / Matterhorn & Mt. Blanc / Gletscherabbruch
Allalinhorn von verschiedenen Perspektiven

Freitag, 16. April 2010

Schneeschuhtour aufs Breithorn

An diesem vorgezogenem Wochenende ging es mit dem SAC Uto mit Schneeschuhen aufs Breithorn. Für mich war es eines der Highlights in diesem Winter. Zwar war ich schon mal oben (mein erster 4000er), aber ich liebe die Zermatter Berge und mit Schneeschuhen ist so eine Gipfeltour doch noch etwas anderes. Zur Akklimatisierung trafen wir schon am Vortag in Zermatt ein und machten es uns in den Zimmern der Zermatter Jugi (sehr komfortabel, gutes Essen und preiswert) gemütlich und planten am Abend die Tour. Wir entschieden uns, es mit dem Breithorn ab Trockener Steg (2939m) aufzunehmen. Das hatte den Vorteil, dass wir uns langsam dem Gipfel nähern konnten (Akklimatisierung) und wir uns den Gipfel erarbeiten konnten. Der Nachteil folgte auf dem Weg bis zum Kleinen Matterhorn, der neben der Skipiste entlang ging: Skifahrer begegneten uns mit der Frage: "Seid ihr verrückt?" :-) . Der Weg entlang der Piste verläuft über den Theodul-Gletscher. Dank der präparierten Pisten bzw. Weges gab es keine Spaltengefahr - wir seilten deshalb nicht an. Wir folgten dem präparierten Weg bis auf die Höhe des Kl. Matterhorns (3883m), das wir jedoch nicht direkt querten, sondern direkt auf das Breithorn zusteuerten. Mittlerweile zog der blaue Himmel ein wenig zu, aber das Wetter hielt. Auf das Breithorn nahmen wir die Normalroute. Der Gipfelhang war ebenfalls arg zugeschneit und recht griffig, so dass wir hier auch (wie viele) nicht anseilen mussten. Die letzten Meter waren dann doch recht anstrengend für mich, aber irgendwann war ich dann doch oben auf dem Gipfel - juhu! Oben war es mächtig kalt (mind. -10 Grad) und wir mussten uns ein wenig beeilen, damit wir die letzte Bahn vom Kl. Matterhorn bekommen. Deshalb hiess es anstelle von einem Gipfeltrunk Steigeisen anziehen und nach unten. Schnell waren wir unten und nach den letzten zähen Metern bis zur Bergbahn erwarteten uns schon unsere Bergkollegen, die nicht mit aufsteigen wollten, mit einem alkoholfreien Gipfeltrunk. Es war eine tolle Tour auf das Breithorn - diesmal konditionell gesehen wesentlich anspruchsvoller als im letzten Jahr. Schade, dass nicht alle von unseren Bergkollegen mit nach oben gehen konnten: Gesundheit geht vor!




Sonnenaufgang am Matterhorn / Wolkenwelle
Blick Richtung Weishorn / Matterhorn
Matterhorn am Nachmittag und Abend
Gipfelgrat am Breithorn

Samstag, 8. August 2009

Weissmies - Geburtstags-4000er

Als Geburi-4000er sollte es das Weissmies (4023m) werden. Vor längerer Zeit hat unser Papa schon einmal die Weissmiesüberschreitung gemacht, jetzt wollten wir es auch einmal kennenlernen. Dazu wollten wir uns nach unserem ersten 4000er, dem Breithorn, vor ein paar Wochen ein wenig steigern. Wir buchten spontan einen Bergführer (zum Glück gab es noch einen) und fuhren am Vortag nach Saas-Grund. Das Wetter spielte mit, am Morgen gab es wolkenlosen Himmel und die Sonne kam hervor. Los ging es mit der ersten Bahn nach Hohsaas (3101m). Gleich hinter der Hütte hiess es dann Material anlegen. Gletscherspalten hatte es nur ein paar (die meisten sind gut eingeschneit), durch eine ausgelaufene Spur mit kleinen Schneebrücken konnte man sie gut überwinden. Vorbei an den Gletscherabbrüchen mit Blicken auf die Mischabel-Gruppe und Alphubel und Allalinhorn. Die kleineren steileren Passagen (bis 40°) konnten wir gut meistern. Auf dem Gipfelhang wurde es dann nur ein wenig kalt und windig, was auf dem Gipfel wieder nachgelassen hatte. Von oben hatten wir eine phänomenale Sicht auf alle tollen Berge im Wallis und konnten bis sogar bis zum Aletschgletscher, Jungfrau und Finsteraarhorn schauen. Nur Richtung Italien gab es Quellwolken satt. Abwärts ging es sehr schnell, schon bald waren wir in Hohsaas beim wohlverdienten phänomenalen Rösti. Insgesamt war die Tour einfach fantastisch, phänomenal und gigantisch. Konditionell fanden wir sie moderat anspruchsvoll und technisch einfach. Wir brauchten 3 Stunden für den Aufstieg (920 Höhenmeter) und 1.5 Stunden für den Abstieg. Ein toller Geburtstag!







Gletscherabbruch / Weissmies
Bietschhorn im Hintergrund / Gipfelflanke (hier wehte ein kräftiger Wind)
Markmartstausee mit Monte Rosa Massiv / Lagginhorn und im Hintergrund Aletschgletscher und Finsteraarhorn
Blick zurück Weissmies / Mischabelgruppe (u.a. Lenzspitze, Dom, Nadelspitze)
Gletscherwelt Weissmies
Normalroute / Weissmiesgipfelaufbau von der Hohsasshütte

Samstag, 11. Juli 2009

Breithorn

Wir hatten uns für unseren ersten 4000er das Breithorn (4164m) herausgesucht, das als der einfachster 4000er gilt (irgendwie muss man ja anfangen). Wir gingen in einer 4er Seilschaft mit Bergführer (er war über 400 mal auf dem Matterhorn!) ab dem Klein Matterhorn (3899m) über die Normalroute (ca. 350hm). Von dort geht es zunächst flach über den Gletscher, auf dem noch viel Schnee lag, bis zum eigentlichen Gipfelaufstieg. Dort schnallten wir uns die Steigeisen an, und dann ging es über Firn nicht direkt über die Autobahn, sondern daneben bei einem kleinen Felsvorsprung nach oben. Mit uns gab es zahlreiche andere Seilschaften, die wie Ameisen auf einem Ameisenhaufen unterwegs waren. Von oben hatten wir semi-optimale Sicht auf die umliegenden Berge - Richtung Italien gab es gute Sicht (Gran Paradiso und Monte Visio), das Matterhorn war noch duschen, Monte Rosa-und Mischabel-Ketten waren in den Wolken, die Sicht auf die nächsten umliegenden 4000er war aber sehr gut. Wir waren froh, dass das Wetter relativ gut gehalten hat - es war nur sehr windig auf dem Gipfel. Nach 3h waren wir wieder am Ausgangspunkt. Es war eine sehr schöne Tour und eine gute Erfahrung - auch als Höhentest, den wir gut bestanden haben. Tour mit 4er Seilschaft mit Bergführer von Alpine Center Zermatt.





Gipfelhang (eigentlich ist es schon eine 35 Grad-Neigung, nur erkennt man es nicht), Wanderautobahn auf den Gipfel
Breithornmassiv mit dem Hauptgipfel und den Breithornzwillingen, Firnkuppe am Gipfel (hier erkennt man eher die Höhe des Aufstieges)
Blick von oben auf die Mischabelgruppe (Dufourspitze), Matterhorn duscht
Blick auf Gletscher und Rimpfischhorn und Strahlhorn, Ziegenparade mitten in Zermatt