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Samstag, 9. April 2011

Jakobsweg Stans - Flüeli-Ranft

Diesmal sollte es mal etwas anderes sein: statt Höhenmeter zu zählen, ging es diesmal ums Weitwandern. So traf es sich gut, dass der Freund einer Kollegin den gesamten Jakobsweg nach Santiago de Compostela bestreiten möchte und sich gerade in der Schweiz befand. So trafen wir uns alle in der Mitte der Schweiz um ihn zwei Tage zu begleiten.

Wir nahmen uns am ersten Tag die Etappe Stans - Flüeli-Ranft (16.5km) vor, einen Teil des Weges Innerschweiz (Einsiedeln - Brünig-Pass). Wir starteten in Stans und liefen Richtung Stanser Horn. Leider verpassten wir die erste Abzweigung hinter Stans. Der normale Weg (mit einer Muschel auf blauem Hintergrund gekennzeichnet) führt gleich hinter der Kapelle rechts unterhalb dem Stanser Horn Richtung Westen. Wir liefen anstelle des Normalweges gleich ein paar Meter hinauf Richtung Talstation der Gondelbahn Stanserhorn. Dort folgten wir dem Weg durch den Wald westwärts zu einer Aussichtsplattform Murmatt, wo wir einen tollen Blick auf den Pilatus und den Vierwaldstätter See hatten. Nicht weit erblickten wir von dort schon die grossen Berge des Berner Oberlandes - unser Ziel am nächsten Tag. Die Berge erschienen so gross, dass ich dachte, dass das schon die grossen 4000er seien (später stellte sich heraus, dass diese nicht einmal 3000m hoch waren).

Später kamen wir wieder auf den offiziellen Jakobsweg bzw. Bruder-Klausen-Weg, der uns über Felder und Wiesen nach Flüeli-Ranf führte. Vor dem schönen Ort besuchten wir eine kleine Kapelle und gingen dann den Hügel hinauf zum Dorfkern. Es ist ein sehr herziges Dörfchen mit einer malerischen Kirche. Das Wetter war traumhaft, überall blühte es und die Sonne liess die sonst schon so hübschen Kirchen und Häuser erstrahlen. Wir übernachteten sehr preiswert und gut im Jugendhaus, wo uns die Betreuer einer Jugendgruppe zum Abendessen einluden: wie man es unter Pilgern so mache - wie schön!

Mir hat diese Strecke sehr gut gefallen und es war eine schöne Erfahrung: Weitwandern, ohne grossartigen Höhenmeter- oder Kilometer-Stress, sondern einfach laufen und die Natur geniessen, nette Begegnungen und anregende Gespräche. Besonders schön fand ich das herzige Pilgerstübli auf dem Weg, das Snacks und Getränke für die Wanderer bereit hielt, mit Selbstbedienung und Vertrauen in die Pilger, den Richtpreis in das Kässeli zu tun. Ich freute mich am Abend schon auf den nächsten Tag, wo es den Jakobsweg entlang zum Brünig-Pass ging.





Pilatus, Vierwaldstätter See, Häuschen im Grünen
Rast am Vierwaldstättter See, Berner Oberland im Hintergrund, Frühling
Kirche in Flüeli-Ranft, Langhalsenten, Pilgerstübli

Sonntag, 19. September 2010

Via Ferrata Brunnistöckli

Meinen ersten richtigen Klettersteig wollte ich heute probieren. Es sollte das einfache Brunnistöckli bei Brunni sein. Wir fuhren ab Engelberg mit der 2. Bahn über Ristis bis nach Brunni und kehrten noch kurz in der Brunnihütte ein.

Bald liefen wir den kurzen Einstieg bis zum Klettersteig Brunnistöckli (T2, 15min). Der Beginn ist wie immer das schwierigste am ganzen Klettersteig. Für mich mit 1.58m waren die ersten 10m recht schwierig, da ich immer wieder Stellplätze für die Füsse gesucht hatte und noch nicht warm mit dem Element geworden bin. Nachdem dies geschafft worden war ging es recht problemlos über einige Eisentritte, Felsstufen und 2 Brücken sowie einer Leiter. Schon bald ist das Gipfelkreuz zu sehen und wir konnten aussteigen. Der Klettersteig wird als K2 geführt - ich mache eine WS draus.Dann wollten wir weiter zum Rigidalstockklettersteig. Der Weg dahin ist weiss-blau markiert und wird ab dem 2. Drittel ein wenig kniffeliger (T4-) - einige Felsstufen und Steinbrocken sind zu umqueren. Nach ca. 1h erreichen wir dann auch den Einstieg zum Klettersteig am Rigidalstock (2300m). Ich begann kurz, fand ihn auch nicht sonderlich schwierig, kehrte aber wieder um, da mir die Kombination Länge und Klettersteig-auch-im Abstieg-zu-benutzen zu schwierig war. Lieber mal den Abstieg auf einem anderen kleineren KS probieren.Zurück ging es über den gleichen Weg (leicht rutschig auf den noch ein wenig feuchten Wegen; Stöcke von Vorteil), danach ab dem Brunnistöckli den weiss-blauen Wanderweg (T2) in 20 Minuten zurück. Auf dem Weg schauten wir den Kletterern am Zittergrat zu.

Das Wetter hielt ganz gut. Anfangs liessen wir den Hochnebel zurück im Tal, im Laufe des Tages kam er leider ein wenig höher.


Auf nach Brunni / Titlis / Berner
Stanserhorn / Stecknadel / Titlis
Hochnebel / Berner im Wolkenfenster / Rigidalstock

Sonntag, 26. Juli 2009

Brisen

Diesmal sollte es etwas semi-anstrengendes werden und ohne grosse Höhenmeter abwärts. So entschieden wir uns für den formschönen Brisen (2404m). Zunächst ging es bergauf mit der Bahn von Dallenwil nach Niederrickenbach (1150m) und von dort zu Fuss weiter zum Brisenhaus SAC. Von dort ging es recht steil weiter bis zum Glatti Grat. Davor konnte man sich noch entscheiden, ob man rechts Richtung Brisen abzweigen möchte (weiss-rot-weiss). Wir gingen jedoch über den Grat und waren etwas verwundert über die weiss-blau-weiss-Markierung (dieser Grat war nicht schwieriger als der folgende Weg). Der Rest ging einfach nur noch steil bergauf, zwischendurch musste man ein kleines Schneefeld passieren. Der Gipfelhang war dann noch etwas steiler, aber alles kein Problem. Insgesamt brauchten wir für die 1300 Höhenmeter 4 Stunden. Die Aussicht war super, wir hatten tolles Wetter und tolle Fernsicht in Richtung Berner Alpen, Titlis, Vierwaldstätter See, Glärnisch usw. Bergab gingen wir den Haldigrat, der recht geröllig gewesen ist, bis zur Sesselliftbahn, mit der wir knieschonend schnell in Niederrickenbach waren (460hm). Von Niederrickenbach wieder zurück nach Dallenwil mit der Bahn. Vom Bahnhof Luzern sah ich ihn noch mal - es ist ein schöner Berg.





Vierwaldstätter See in Richtung Brisenhaus SAC / Uri Rotstock
Blümchen, Vorgipfel vom Brisen
Brisen vom Haldigrat aus
Alpendistel, Haldigrat

Sonntag, 14. Juni 2009

Pilatus

Für Kniegeschädigte halten sich wegen der obligatorischen Bähnlibenutzung bergab die einsamen und schönen Touren in Grenzen. Wir wählten wohl einen der am überlaufensten Berge, den Pilatus, aber er bietet mit über 1600 Höhenmetern eine gute Trainingsstrecke bergauf.Gestartet sind wir in Alpnachstad (435m). Von dort läuft man zunächst eine kurze Strecke Asphaltweg, bis dann der Weg in den Buchenwald einzweigt. Der Weg durch den Wald zieht sich unheimlich in die Länge und führt durch gefühlt 100 Kurven. Dann kommt irgendwann Licht am Ende des Tunnels und man läuft über steile Wiesen zur Mittelstation der Pilatusbahn Aemsigen (1350m). Von hier hat man schon einen prima Blick auf den Vierwaldstättersee und Zentralalpen. Herrlich. Nach einer kurzen Rast lief ich den restlichen Weg bis zum Pilatus Kulm allein, meine Tourenpartnerin fuhr ab hier mit der Bahn. Der Weg befindet sich ausnahmslos in der Sonne, es war super heiss und gute Sonnencreme ist ratsam (ich habe mich trotz LSF 50 leicht verbrannt). Der Weg ist nicht zu verfehlen, es geht über viele Kurven immer bergauf, immer den Pilatus im Blickfeld. Es ist ein gut gebauter Bergwanderweg, teilweise ein wenig steinig und geröllig (T2). Beim Pilatus Kulm trafen wir uns beide wieder und kehrten in das Hotel Kulm ein. Der Service war allerdings super schlecht und wir waren schnell wieder weg und hatten sogar Glück und haben gleich die Bahn nach Alpnachstad bekommen. Das Tommlishorn und den Esel haben wir uns gespart.





Vierwaldstädter See / Felsen am Pilatus
schlabbriger Schneemann / Pilatus Kulm
Blick in die Tiefe zum Vierwaldstädter See / Zentralschweiz mit Titlis
Zick-Zack-Weg auf den Pilatus / Schwanenfamilie auf dem Vierwaldstädter See

Sonntag, 8. März 2009

Wirzweli/Dallenwil

Und wieder hat es uns ins schneeschuhfreundliche Wirzweli verschlagen. Wir wollten diesmal nun doch den Titlis sehen, der uns das letzte Mal noch verborgen blieb. Wir wählten diesmal die Schneeschuhtrails Tannenpfad und Panoramawelt. Zunächst führt der Weg über Gummen durch den Wald bis man die Gummenalp (1571m) erreicht. Die 350 Höhenmeter verlaufen mehr oder weniger steil. Oben auf dem Hang genossen wir die Aussicht in die Zentralschweiz (inkl. Titlis) und machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt, bevor wir zu dem Panorama-Welt-Trail bergab starteten. Insgesamt brauchten wir für beide Trails 3 Stunden.



Tannenpfad / Zentralalpen
Titlis / Wolkenspiele
Stanserhorn / Zentralalpen
Rigi / Brisen

Sonntag, 14. Dezember 2008

Wirzweli

Dank Hikr.org haben wir ein niedliches Wintergebiet nahe Luzern gefunden, wo man auch toll Schneeschulaufen kann. Wirzweli liegt auf 1227m mit prima Blick auf Stanserhorn, Rigi und Vierwaldstätter See. Es ist schnell mit der Seilbahn ab Dallenwil zu erreichen. Es gibt 5 Schneeschuhtrails (Globaltrails), die alle gekennzeichnet und nicht lawinengefährdet sind. Wir wählten zunächst den Familientrail, um die stürmische Lage ein wenig besser einzuschätzen. Er führt ein wenig bergauf Richtung Hexenboden und hat ein paar kleine Spielchen inkludiert (für das Kind im Schneeschuhläufer). Nach einem kleinen Verirrungshänger waren wir schnell wieder an der Bergbahn und sind nochmals zum Trail "Panoramawelt" (350 Höhenmeter) aufgebrochen. Der Weg führt bergauf Richtung Horn (1471m), wo uns der Sturm schon ganz schön entgegen bliess. Leider hatten wir Richtung Zentralalpen nicht so atemberaubende Aussicht (wie das letzte Mal auf dem Stanserhorn, diesselbe Ecke) und der Titlis blieb uns wieder verborgen. Weiter ging es dann zur Gummenalp (1579m). Um nicht weggeblasen zu werden, beschlossen wir, die kleine Seilbahn Gummen-Eggwald wieder Richtung Wirzweli zu nehmen. Es war eine schöne Tour, und wir kommen gern nochmal in diese Ecke, um endlich das tolle Berg-Panorama ohne Wolken zu geniessen. Wir sind jetzt Fans von Wirzweli..




Rigi und Vierwaldstädter See im Hintergrund
Berge in der Zentralschweiz / Blick Richtung Stanserhorn

Linkliste:

Wirzweli mit den Schneeschuhwegen

Schneeschuhwege in der Schweiz, hier Wirzweli

Sonntag, 24. August 2008

Klein Titlis und Gross Titlis

Unsere ersten beiden 3000er auf einem Streich: der Titlis mit dem Kleinen Titlis (3020m) und dem Grossen Titlis (3238m) - dem grössten Berg des Kantons Obwalden. Spontan meldeten wir uns zur Bergtrophy an, eine von der Rotair Titlis-Bahn organisierte Besteigung des Titlis inklusive Zwischenverpflegung, präparierten Wegen und Bergbahn-Tal-Ticket, aber exklusive Bergführer. Los ging es von Engelberg (1050m). Zunächst führte ein einfacher Wanderweg zur Gerschnialp (1262m) und zum Trübsee (1800m). Von dort aus ging es auf dem Laubersgrat zur Station Laubersgrat (2450m), wo es schon so langsam schwieriger wurde. Man hat gemerkt, dass die Schneefallgrenze am Vortag auf 2300m gesunken ist, so dass hier schon die ersten Schneespuren sichtbar waren. Der Gipfel kam immer näher, aber wir hatten immer noch gut 800 Höhenmeter vor uns - die aufgrund der Höhe und der mittlerweile nachlassenenden Kondition natürlich auch nicht die einfachsten waren. Nach einer kurzen Weg-Passage im Schnee kamen wir zu einem schönen Felsen, der ein wenig "leichte" Kletterei verlangte. Aufgrund des Eises und des Schnees wurde dies ein wenig heikel, so dass wir froh waren, dass uns einige bergsichere Männer mit ihrer starken Hand und ihren weisen Worten sicher ans Ziel lotsten. Den Felsen mussten wir dann bei Rotegg auch wieder runter - mit einer Leiter, wo wir uns aber sichern konnten. Dann ging es entlang des Gletschers auf einem steilen (präparierten) Weg Richtung Klein-Titlis. Es lag überall Schnee, so dass wir nur langsam vorwärts gekommen sind und die Kondition auch schwächer wurde. Auf ca. 3000m zweigte der Weg Richtung Gross Titlis ab, wo uns zunächst erstmal ein bis zwei Vorgipfel mit einem scheinbar frühen Gipfelglück täuschten. Das letzte Stück war nochmal spannend mit Fels und Schnee, aber mit Fixseilen gesichert. Das Panorama von oben ist grandios, man sieht eigentlich alles: Walliser Alpen (Mischalbel), Berner Oberland mit Finsteraarhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau, Biz Bernina, Zentralalpen mit Tödi, Mythen etc. Den Weg ging es wieder nach unten und dann abschliessend zum Klein Titlis, wo sich die Bahnstation und das Restaurant befindet.

Den Weg, den wir gelaufen sind, würden wir anfangs mit T2 einstufen, dann mit T3 (weiss-blau-weiss) bis T4 (Kletterei). Wir wissen nicht genau, ob die Wege dort immer präpariert sind. Deswegen würden wir nur Bergerfahrenen empfehlen, den Titlis individuell zu besteigen. Alternative wäre einen Bergführer zu engagieren oder auf die nächste Bergtrophy zu warten. Der Aufstieg mit 2200 Höhenmetern war ingesamt super anstrengend, aber das Gefühl, auf einem 3000er zu stehen, den man sich selbst erarbeitet hat, ist grandios. Aber für dieses Jahr reicht es dann erstmal mit den Höhenmetern...








Blick in Richtung Brunni mit u.a. Rigidalstock/ ca. Mitte der Strecke Trübsee mit umliegenden Bergen
Trübsee, ganz rechts unten Engelberg / Rechts Kleiner Titlis, links Grosser Titlis, dazwischen der Kletterfels

Unser Weg / Gletscherspalten neben uns
Auf dem Gipfel / Berner Oberland
Links hinten Wallis / Blick Richtung Norden/Nordosten mit Tödi
Steinmännli im Hintergrund Sustenhorn / Blick auf Grosstitlis und Grat vom Klein-Titlis

Linkliste:

Titlis

Engelberg
Pressebericht Bergtrophy